atomstopp: Temelin-Turbine zwingt AKW erneut zum Stillstand

Schwankende Außentemperaturen machen dem in die Jahre gekommenen AKW schwer zu schaffen. Währenddessen bereitet der Betreiber CEZ drastische Laufzeitverlängerungen vor. Die österreichische Bundesregierung ist dringend aufgefordert, von der tschechischen Republik eine – wie vom Europäischen Gerichthof kürzlich als zwingend erkannte Umweltverträglichkeitsprüfung – zu verlangen!

„Einmal mehr musste heute der Block I des AKW Temelin notabgeschaltet werden, Grund dafür waren offensichtlich Turbinenschwingungen. Das ist nicht neu, Probleme mit der Turbine begleiten die Geschichte des tschechischen Atommeilers seit seiner Zündung“, erinnern Gabriele Schweiger und Roland Egger an zahlreiche Notabschaltungen auf Grund von Turbinenvibrationen.

„Dass diese immer wiederkehrenden Schwierigkeiten auf grundsätzliche Konstruktionsschwächen hinweisen, konnte nie von der Hand gewiesen werden. Beim heutigen Zwischenfall mutmaßen die Techniker allerdings, die unverhältnismäßigen Turbinenschwingungen seien auf Grund von Schwankungen der Außentemperatur zustande gekommen. Befremdlich, denn signifikante Temperaturunterschiede innerhalb kurzer Zeit sind in unseren Breiten wohl keine Seltenheit, technische Komponenten in Risiko-Anlagen müssen entsprechend ausgelegt sein!“, kritisieren Schweiger und Egger.

„Besonders im Hinblick auf die Klimaveränderung, die zweifelsfrei immer extremere Wetterbedingungen hervorrufen wird, stellt sich die Frage einer generellen Neubewertung! Gerade jetzt, wo der Temelin-Betreiber CEZ nach dem bevorstehenden Ablauf der ursprünglichen Betriebsgenehmigung drastische Laufzeitverlängerung auf mindestens 60 Jahre vorbereitet, muss und kann gehandelt werden: Der Europäische Gerichtshof kam kürzlich zu dem Urteil, dass Laufzeitverlängerungen alter AKW einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen werden müssen. Es ist also dringend notwendig, dass die österreichische Bundesregierung auf Basis dieser Präzedenz-Rechtsprechung umgehend ein Verfahren einfordert!“, verlangen Schweiger und Egger abschließend.

Rückfragehinweis:

Gabriele Schweiger +43680/33 33 625
Roland Egger +43680/23 93 019

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