75 Jahre Atombombe auf Hiroshima – Atomkraft ist und bleibt ein Kriegsprodukt

Hiroshima und Nagasaki sind dramatische Mahnmale und eigentlich Auftrag genug, die Menschheit vor dem zerstörerischen Potenzial der Kernspaltung zu bewahren. Doch das Ende von 100.000en Menschenleben wurde zum Anfang des Atomzeitalters.

„Machen wir uns nichts vor: Atomkraft ist martialischen Ursprungs. Allein kriegerische Antriebe waren es, die der Kernspaltung zu ihrem fragwürdigen Durchbruch verholfen haben. Dieser Tage jährt sich der erste Einsatz von Atombomben. Die erschreckenden Erkenntnisse aus den gezielten, bewusst todbringenden Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 hätten eigentlich genügen sollen, um vom weiteren Gebrauch dieser Technologie Abstand zu nehmen. Doch das Gegenteil ist geschehen: Die kaschierende Idee der friedlichen Nutzung von Atomkraft hat die rasante Entwicklung einer mächtigen Industrie befördert – und so auch die militärische Einsatzbereitschaft gesichert“, erinnern Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp_oberoesterreich.

„Der Beitrag der Atomkraft zur Deckung des weltweiten Energiebedarfs liegt laut World Nuclear Industry Status Report 2019 bei 4,4% – eine vernachlässigbare Größe. Weit weniger vernachlässigbar sind jedoch die Folgen. Selbst wenn es zu keiner Katastrophe wie etwa in Tschernobyl oder Fukushima kommt, die menschliches Leid hervorrufen, die verstrahlte, unbewohnbare Gebiete hinterlassen: Beginnend bei der ausbeuterischen Gewinnung des Rohstoffs bis zu den hochradioaktive Abfällen ist der gesamte Zyklus von Atomstrom mit negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur behaftet. Und das auch für viele zukünftige Generationen, denn für die Atommüllentsorgung gibt es bislang noch keine erprobte, geschweige denn verlässliche Möglichkeit. Zumindest, zynisch gesagt, keine friedliche, denn die Option der Verwendung als waffenfähiges Material bleibt freilich bestehen. Was für ein Zufall!“, befinden Schweiger und Egger.

„Den Schaden durch Atomkraft hat die Zivilgesellschaft auf jeden Fall, denn auch wirtschaftlich gesehen weisen AKW eine desaströse Bilanz auf. Weitergefahren werden sie dennoch, weil sich in die Betreiber sich nicht in die eigene Tasche lügen müssen, sondern unbequeme Kosten nach Belieben auf die Öffentlichkeit abwälzen dürfen. Egal ob es um Subventionierungen beim Bau geht, um Rückbau und Endlagerung oder Schadenshaftung – stets muss der Staat, müssen also die Steuerzahler_innen zahlen. In Europa sogar vertraglich gesichert – über den EURATOM-Vertrag, der seit den 1950ern die damalige Atom-Euphorie künstlich aufrecht hält – eine Euphorie, nicht zufällig aus der Zeit des Kalten Krieges. Genau deshalb müssen wir es auch schaffen, den EURATOM-Vertrag zu überwinden und dieses Relikt endlich dorthin zu entsorgt, wo es hingehört: Als warnende Mahnungen in die Geschichtsbücher!“, so Schweiger und Egger abschließend.

Weitere Informationen:
Gabriele Schweiger 0680/33 33 625
Roland Egger 0680/23 93 019

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