atomstopp: Wichtige Zukunftskonferenz für Europa vorerst ausgesetzt

Coronakrise darf nicht zum Kneifen vor überfälligen EU-Reformen wie der von EURATOM führen

„Soviel wär‘ zu tun – und keiner will’s anpacken? Zum diesjährigen Europatag am 9. Mai hätte eigentlich mit der ‚Konferenz zur Zukunft Europas‘ der dringend überfällige Prozess zur demokratisch bereinigenden Reformen der Europäischen Union in Gang gesetzt werden sollen. Die durch den EURATOM-Vertrag ausgebremste Energiezukunft Europas ist dabei nur eine der Baustellen. Mit einem flapsigen Verweis auf die Coronakrise wurde dieser Start nun ausgesetzt“, bedauern Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp_oberoesterreich.

„Dass beim Neu-Denken der EU für uns auch EURATOM, die Europäische Atomgemeinschaft, ganz oben auf der Prioritätenliste steht ist logisch. Aktuell eingeholt wird diese wichtige Aufgabe durch die S tellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs, die einmal mehr die schamlos privilegierende Funktion von EURATOM demonstriert: Der Bau von Atomkraftwerken darf uneingeschränkt in jeder erwünschten Höhe subventioniert, das Wettbewerbsrecht dabei völlig außer Acht gelassen werden – begründet auf Basis des EURTAOM-Vertrags. So eine Legislative darf nicht länger die Zukunftsfähigkeit der europäischen Energiepolitik blockieren!“, warnen Schweiger und Egger.

„EURATOM führt sämtliche Ambitionen für den Atom-Ausstieg in Europa ad absurdum – und das ist besonders schlimm angesichts der Klima-Krise. Durch die Pandemie derzeit thematisch ungerechtfertigt vernachlässigt, werden uns Klimawandel und die daraus resultierenden Herausforderungen rascher einholen, als uns lieb ist. Jetzt müssen die Weichen gestellt werden, die dem Klimawandel effektiv beikommen können – Atomkraft gehört definitiv nicht zu den geeigneten Maßnahmen“, betonen Schweiger und Egger.

“ Es ist nicht hinzunehmen, dass das Projekt Europa ausgerechnet wegen Corona nicht weitergedacht werden sollte! Gerade solche Ausnahmesituationen machen doch ersichtlich, dass, wenn es darauf ankommt, schnelles Handeln auch abseits von alten Pfaden möglich ist. Eine Zukunftskonferenz kann und muss per se neue, auch virtuelle Wege beschreiten und darf keinesfalls verschleppt werden. Die Kommunikation zur Zukunft Europas muss genau jetzt starten, die EURATOM-Debatte dringend eröffnet werden – alles andere wäre ein klägliches Kneifen vor den gegenwärtigen Aufgabenstellungen!“, so Schweiger und Egger abschließend.

Weitere Informationen:
Gabriele Schweiger 0680/33 33 625
Roland Egger 0680/23 93 019

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atomstopp: EuGH bestätigt EURATOMs Bedeutung für die EU und die Förderung der Atomlobby

Österreichs Bundesregierung muss endlich wirkungsvolle Maßnahmen gegen EURATOM einleiten

„Für die Bemühungen Österreichs Regierung hin zu einem atomkraftfreien Europa sollte die heutige Stellungnahme des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs ein heilsamer Schock sein und endlich zu Maßnahmen führen, die uns wirklich einem atomkraftfreien Europa näher bringen,“ so Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp_oberoesterreich in einer ersten Reaktion auf das heute bekannt gewordene Urteil zur Causa Hinkley Point C.

„Der Generalanwalt bestätigte unsere Einschätzung, dass EURATOM, dieser Vertrag zur Förderung der europäischen Atomindustrie aus dem Jahr 1957 – wie ein Schutzschirm für die Atomlobby wirkt und ohne ein grundsätzliches Infragestellen dieses Atomfördervertrags sämtliche Bemühungen hin zu einem atomkraftfreien Europa bloße Makulatur bleiben! Dank EURATOM dürfen Atomkraftwerke unter Missachtung jedweden Wettbewerbsrechts hochsubventioniert werden“, so Schweiger und Egger weiter.

„Seit Jahrzehnten klagen wir an, dass es keine atomkraftfreie Zukunft geben wird, solange der EURATOM-Vertrag besteht! Die österreichische Bundesregierung darf sich nicht länger hinter untauglichen Maßnahmen verstecken: Sie muss dem EURATOM-Vertrag umgehend den Kampf ansagen. Verträge, die aus grauer Urzeit der Europäischen Union stammen, müssen endlich an die Ansprüche der Gegenwart angepasst werden, damit die Zukunft gesichert wird! Wir fordern, dass sich atomkraftfreie Staaten wie Österreich dem Atomfördervertrag einer rückwärtsgewandten Industrie nicht länger unterwerfen!“, so Schweiger und Egger abschließend.

Rückfragehinweis:
Gabriele Schweiger 0680/33 33 625
Roland Egger 0680/23 93 019

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atomstopp: Atomkraft: Was an ‚zu teuer, zu langsam und zu gefährlich‘ verstehen junge Österreicher nicht?

Frau Umweltministerin, Herr Bildungsminister: Wir müssen reden!

„Das Jahr 35 nach der Tschernobyl-Katastrophe beginnt – und ein Drittel der jungen österreichischen Männer sehen sich als Befürworter der Atomkraft. Das ist eines der ernüchternden Ergebnisse unserer kürzlich veröffentlichten Umfrage vom market Marktforschungsinstitut. Hier ist dringendes Gegensteuern angesagt – Umweltministerin Leonore Gewessler und Bildungsminister Heinz Faßmann sind gefordert, dem Wissens-Defizit bei der jungen Generation entgegen zu wirken! Wir werden deshalb umgehend mit den Ministerien Kontakt aufnehmen und uns gern auch für einen Termin zu Erörterung der notwendigen Maßnahmen bereit stellen!“, kündigen Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp_oberoesterreich an.

„Was ist schief gelaufen in den letzten Jahrzehnten? Wo sind die Informationen über die erlebten Auswirkungen, über die Gefahr des zerstörerischen Potenzials, das von Atomkraftwerken permanent ausgeht, stecken geblieben? Die Wahrnehmung bei jungen Menschen steht völlig im Gegensatz zu jener der über 30- bzw. 50-jährigen Bevölkerung. Wir brauchen keinen neuerlichen Super-GAU um all diese Fragen zu erörtern und schleunigst Gegenstrategien zu entwickeln“, so Schweiger und Egger.

Videopräsentation der Umfrage zum Nachsehen

„Die Atomindustrie hat seit dem euphorischen Start ihrer weltweiten, kommerziellen Nutzung in den 1950ern kein einziges ihrer tollen Versprechen halten können. Im Gegenteil: Ein ökologisches sowie ökonomisches Desaster nach dem anderen ist belegt! Dabei tragen AKW gerademal 4,4% zum globalen Energiebedarf bei. Was also bitte an ‚Atomkraft ist zu teuer, zu langsam und zu gefährlich‘ ist so schwer zu verstehen für junge Österreicher?“, fragen sich Schweiger und Egger und zeigen sich jetzt schon gespannt auf die entsprechenden Reaktionen aus dem Umwelt- und dem Bildungsressort.

„Der österreichische Antiatom-Konsens resultiert nicht aus einem Spleen, vielmehr war es kluges, ambitioniertes und vor allem pionierhaftes Vorausdenken, das unserem kleinen Land die meisten großen Probleme durch Atomkraft erspart hat. Diese Errungenschaft auch für zukünftige Generationen solide und verfestigt weiter zu geben, ist von höchster Priorität!“, so Schweiger und Egger abschließend.

Weitere Informationen:
Gabriele Schweiger 0680/33 33 625
Roland Egger 0680/23 93 019
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atomstopp: 34 Jahre nach Tschernobyl – flirtet Österreichs Jugend mit Atomkraft?

Maßgebliche Altersgruppe der ‚Fridays for Future‘-Bewegung laut Umfrage besonders von Atomkraft angetan

Zum Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April zeigt eine Umfrage des Linzer market Marktforschungsinstituts im Auftrag von atomstopp_oberoesterreich bedenkliche und für Österreich befremdliche Tendenzen: „Die heutige ‚Fridays for Future‘-Generation zeigt sich über weite Strecken unkritisch gegenüber der Nutzung von Atomkraft zur Klimarettung. Damit bestätigt die aktuelle Umfrage den Eindruck, den wir bei Gesprächen mit Kundgebungsteilnehmer_innen dieser wichtigen Initiative gewonnen haben“, so Gabriele Schweiger und Roland Egger von atomstopp_oberoesterreich.  -> Videopräsentation hier verfügbar!

Die Umfrage belegt auch, dass zwischen den Generationen auffallende Unterschiede in der Einschätzung von Atomenergie bestehen. Studienleiter David Pfarrhofer vom marketinstitut dazu: “Generell betrachtet sich die österreichische Bevölkerung ganz klar als Gegner der Atomenergie. Aber in der jungen Bevölkerungsgruppe – und hier vor allem bei jungen Männern – ist die Stimmungslage rund um Atomkraft deutlich weniger kritisch. Es lassen sich erste Anzeichen für ein Umschwenken der Stimmungslage erahnen.“ 

Besonders alarmierend: Ein Drittel der 16 bis 29-jährigen Männer würde ‚auf jeden Fall‘ oder ‚eher‘ für Atomenergie in Österreich stimmen. Dass das nur aus der fehlenden persönlichen Betroffenheit der Post-Tschernobyl-Generation resultiert, bleibt zu bezweifeln. Die Zahlen deuten vielmehr darauf hin, dass es der Atomlobby im Kielwasser der Klimadebatte bereits gelingt, ihre alte Trickkiste der vielversprechenden Verheißungen an die Oberfläche zu spülen. Denn der abgefragten Aussage ‚die Atomindustrie entwickelt bereits völlig neue Reaktoren, die wesentlich sicherer sind und deutlich weniger Atommüll hinterlassen‘, schenkt in dieser Altersgruppe fast jede_r Dritte Glauben!“, sehen sich Schweiger und Egger besorgt.

Eine neue Volksabstimmung würde zwar auch heute ganz klar gegen Atomkraft ausfallen – junge Menschen, vor allem junge Männer, sind davon allerdings etwas weniger überzeugt!“, erklärt Pfarrhofer die sehr differenziert aufgeschlüsselten Ergebnisse und empfiehlt, wachsam zu bleiben.

Die Gefahr besteht vor allem darin, dass genau diese Altersgruppe auch die treibende Kraft in der Klimabewegung darstellt. Wir werden deshalb unsere Informationsarbeit ausweiten und ganz gezielt auf diese Altersgruppe zugehen. Wir müssen verhindern, dass sich die Atomindustrie Vorteile aus der Klimakrise zieht! Atomkraft bietet keine nachhaltige Lösung – sie ist zu gefährlich, zu langsam und zu teuer!“, so Schweiger und Egger abschließend.

Rückfragehinweis:
Gabriele Schweiger 0680/33 33 625

Roland Egger 0680/23 93 019

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atomstopp: Film ‚Atomlos durch die Macht‘ goes online

Video on Demand

Tschernobyl 1986, Fukushima 2011, die Coronakrise 2020: Es gibt historische Einschnitte in unser Leben, welche sich ins kollektive Gedächtnis einschreiben und die Geschichte in ein Davor und ein Danach teilen.

Ein Ereignis mit langer, jedoch positiver Nachwirkung war hingegen das historische Nein per Volksabstimmung gegen das bereits gebaute Kernkraftwerk Zwentendorf 1978. Das markierte den Beginn der nachhaltigen Nutzung erneuerbarer Energien in Österreich – im Unterschied zu all seinen Nachbarländern.

„Gerade diese positiven Entscheidungen – auch gegen den Zeitgeist und gegen scheinbar übermächtige wirtschaftliche Interessen – gilt es hervorzuheben und auch in diesen Zeiten der Krise zu betonen“, so der Filmemacher Markus Kaiser-Mühlecker, der im Auftrag von atomstopp den Dokumentarfilm ‚Atomlos durch die Macht‘ produzierte.

„Leider sind viele Aufführungstermine durch die gegenwärtige Coronakrise abgesagt oder in Schwebe. Wir haben uns deshalb entschieden, den Film ‚Atomlos durch die Macht‘ erstmalig als online zu stellen und damit einem weiteren Publikumskreis zugänglich zu machen,“ so Gabi Schweiger, Geschäftsführerin von atomstopp.

Die coronabedingte Krise ruft Erinnerungen an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 wach. Gabi Schweiger unterhielt sich dazu am 24. März mit Markus Kaiser-Mühlecker im Rahmen der Sendereihe ‚atomstopp – das monatliche Informationsmagazin zum europaweiten Atomausstieg‘ im Freien Radio Freistadt.

ATOMLOS DURCH DIE MACHT – jetzt online erhältlich
Dokumentarfilm von Markus Kaiser-Mühlecke, 74 Min, Österreich 2019

Der Film dokumentiert die Anti-Atombewegung in Österreich, die vom Widerstand gegen das geplante Kernkraftwerk in St. Pantaleon nähe Linz über die Volksabstimmung zu Zwentendorf bis zur Kritik am AKW Temelin und dem EURATOM-Vertrag reicht. Die Doku thematisiert auch alternative, erneuerbare Energien und die Herausforderungen der Klimakrise. Über allem zeigt er aber auch wie lohnend es für Menschen sein kann, sich für eine Sache einzusetzen und gegen alle Wahrscheinlichkeit damit Erfolg zu haben.

PROTAGONISTEN – Hannes Androsch – Vizekanzler und Finanzminister aD, Industrieller; Rudi Anschober – ehem Landesrat OÖ/dzt Bundesminister, Roland Egger – Obmann „atomstopp_atomkraftfrei leben“, Mathilde Halla – Mitbegrün derin „OÖ. Plattform gegen Atomgefahr“, Josef Pühringer – Alt-Landeshauptmann OÖ, Gabriele Schweiger – Mütter gegen Atomgefahr, Friedrich Witzany – Atomgegner und Umweltaktivist der ersten Stunde. Fred Ebner – Experte für erneuerbare Energien, Martin Wassermair – Historiker, Politikjournalist, Autor

Rückfragehinweis:

Gabriele Schweiger 0680/33 33 625
Roland Egger 0680/23 93 019
Markus Kaiser-Mühlecker 0681/10 25 90 90

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